
Aufmaß · Überstände · Systemwahl
Glasschiebetür nach Maß richtig planen
Eine passende Glasschiebetür entsteht nicht allein aus der lichten Öffnung. Entscheidend sind Überdeckung, Sturzhöhe, freie Wandfläche, Schienenlänge und die Maßlogik des gewählten Beschlagsystems.
Kurzantwort
Wie wird eine Glasschiebetür nach Maß geplant?
Gemessen werden lichte Öffnungsbreite, lichte Öffnungshöhe und verfügbare Sturzhöhe. Zusätzlich braucht die Tür genügend freie Wandfläche für den Laufweg. Die endgültigen Glasabmessungen hängen vom System ab: Slim-Line und Black-Line werden anders berechnet als Pipe-Line. Deshalb darf eine allgemeine Formel nicht auf jedes Beschlagsystem übertragen werden.
Erst nach dieser Prüfung lässt sich entscheiden, ob ein hinterlegtes Standardmaß genügt oder eine Maßanfertigung sinnvoll ist. Die Maßanfertigung richtet sich dabei nicht nur nach der Öffnung, sondern immer auch nach Beschlag, Montageart und gewünschter Überdeckung.
Aufmaß vor der Bestellung
Sechs Maße und Prüfungen, die zusammengehören
Ein einzelnes Breitenmaß reicht nicht aus. Erst die Kombination aus Öffnung, Sturz, Wandfläche und möglichem Laufweg zeigt, welches System und welche Schienenlänge sinnvoll sind.
Lichte Öffnungsbreite
Die Breite an drei Stellen messen und das größte Maß notieren. Unebenheiten oder nicht lotrechte Laibungen dürfen nicht übersehen werden.
Lichte Öffnungshöhe
Auch die Höhe an drei Stellen messen. Für die weitere Planung wird das größte gemessene Öffnungsmaß herangezogen.
Verfügbare Sturzhöhe
Oberhalb der Öffnung zählt das kleinste verfügbare Maß. Je nach System gelten unterschiedliche Mindestanforderungen.
Freie Wandfläche
Neben der Öffnung muss genügend Platz für das vollständig geöffnete Türblatt bleiben. Schalter, Heizkörper, Möbel und Wandvorsprünge mitprüfen.
Zarge und Sockelleiste
Vorspringende Zargen oder Sockelleisten beeinflussen Wandabstand und Laufweg. Für Bestandsöffnungen hilft der Ratgeber zur Glasschiebetür vor einer vorhandenen Zarge.
Öffnungsrichtung
Festlegen, ob die Tür nach links oder rechts öffnet. Die Bezeichnung sollte verständlich bleiben und nicht unnötig als DIN-Richtung formuliert werden.
Der allgemeine Ratgeber erklärt den vollständigen Ablauf für Glas- und Holzsysteme: Schiebetür nach Maß planen und richtig ausmessen.
Vom Rohmaß zum Bestellmaß
Standardmaß oder Maßanfertigung?
Ein Standardmaß ist nur dann passend, wenn Glasbreite, Glashöhe, Überdeckung, Sturzhöhe und Schienenlänge gemeinsam zur Einbausituation passen. Die reine Öffnungsbreite entscheidet deshalb nicht allein.
Standardmaß prüfen
Wenn Öffnung und Einbauraum in den hinterlegten Bereich fallen
Für Slim-Line und Black-Line stehen bei Wandmontage Standard-Glasbreiten von 810, 935 und 1060 mm zur Verfügung. Die hinterlegte Standard-Glashöhe beträgt 2100 mm. Entscheidend ist nicht nur, ob die Öffnung ungefähr passt, sondern ob die erforderliche Überdeckung auf beiden Seiten und der Laufweg erhalten bleiben.
Maßanfertigung wählen
Wenn Höhe, Breite oder bauliche Situation vom Standard abweichen
Eine Maßanfertigung ist sinnvoll, wenn die Öffnung außerhalb der Standardbereiche liegt, die lichte Höhe mehr als 2050 mm beträgt oder Zarge, Sockelleiste und Wandvorsprünge eine individuelle Überdeckung verlangen. Auch bei sehr breiten Öffnungen muss die Planung mit Schienenlänge und freier Wandfläche zusammenpassen.
Slim-Line bei 900 mm lichter Breite
Bei einer Maßanfertigung ergibt sich einflügelig eine Glasbreite von 960 mm. Grundlage ist die lichte Öffnungsbreite plus 60 mm. Zusätzlich muss die freie Wandfläche den Lauf dieses Türblatts aufnehmen können.
Pipe-Line bei 900 mm lichter Breite
Pipe-Line verwendet eine eigene Maßlogik. Hier ergibt sich eine Glasbreite von 1000 mm. Die stärkere Überdeckung passt zur systemspezifischen Planung und darf nicht durch die Slim-Line-Formel ersetzt werden.
Zweiflügelig bei 1800 mm lichter Breite
Bei Slim-Line oder Black-Line ergibt sich je Flügel grundsätzlich die halbe lichte Breite plus 30 mm, also 930 mm je Glasflügel. Danach werden Schienen, Laufwege und die tatsächliche Einbausituation separat geprüft.
Systemspezifische Maßlogik
Die Glasgröße hängt vom Beschlagsystem ab
Slim-Line und Black-Line arbeiten mit derselben Maßlogik. Pipe-Line benötigt dagegen andere Überstände und eine größere Sturzhöhe. Barn-Line wird separat nach seinem sichtbaren Rollensystem geplant.
Slim-Line und Black-Line
Ruhige, verkleidete Systeme mit gleicher Technik
Bei zweiflügeligen Anlagen wird die lichte Öffnungsbreite grundsätzlich auf beide Flügel verteilt; je Flügel gilt halbe lichte Breite plus 30 mm.
Pipe-Line
Sichtbares Edelstahl-Rundrohr, ausschließlich Wandmontage
Bei symmetrischer Planung entstehen ungefähr 50 mm Überdeckung auf jeder Seite. Pipe-Line wird ohne Softclose angeboten.
Barn-Line
Offene schwarze Rollen und markante Loft-Optik
Zweiflügelige Anlagen werden über zwei getrennte Schienen geplant. Eine pauschale Slim-Line-Formel darf hier nicht übernommen werden.

Typische Planungsfehler
Diese vier Punkte führen besonders häufig zu falschen Maßen
Nur einmal gemessen
Öffnungen sind nicht immer exakt rechtwinklig. Breite und Höhe deshalb jeweils an drei Stellen kontrollieren.
Sturzhöhe nicht geprüft
Ein passendes Glasmaß hilft nicht, wenn oberhalb der Öffnung der benötigte Montagebereich für das System fehlt.
Schiene nur nach Öffnungsbreite gewählt
Die Schiene muss Türblattbreite und Laufweg abdecken. Standardlängen sind 2000 und 2400 mm; Sonderlängen bis 4000 mm sind auf Anfrage möglich.
Eine Formel für alle Systeme verwendet
Pipe-Line, Slim-Line und Barn-Line unterscheiden sich konstruktiv. Maße und Überstände müssen immer systemspezifisch geplant werden.
Vor dem Konfigurieren
Bestellreife in acht Punkten prüfen
Mit dieser Abschlusskontrolle vermeiden Sie, dass ein korrekt berechnetes Glasmaß später an Laufweg, Griff oder Montagefläche scheitert.
- Öffnung: Breite und Höhe jeweils an drei Stellen gemessen.
- Sturz: kleinstes verfügbares Maß oberhalb der Öffnung notiert.
- Wandfläche: Laufseite frei von Möbeln, Schaltern und Heizkörpern.
- Zarge: Vorsprung und Sockelleiste bei Wandabstand und Überdeckung berücksichtigt.
- System: Wand- oder Deckenmontage nur bei dafür freigegebenem Beschlag gewählt.
- Schiene: 2000 oder 2400 mm passend zu Türbreite und Laufweg gewählt; Sonderlänge bei Bedarf angefragt.
- Griff: vorstehende Griffstangen und gewünschtes vollständiges Aufschieben miteinander abgestimmt.
- Befestigung: Schrauben und Dübel passend zum Untergrund separat eingeplant.
Drei unterschiedliche Planungswege
Welche Systemart passt zu Ihrer Einbausituation?
Die Produkte zeigen drei typische Richtungen: verkleidet mit Softclose, sichtbar technisch oder markant schwarz.
Planung fortsetzen
Weitere wichtige Ratgeber
Häufige Fragen
FAQ zur Glasschiebetür nach Maß
Welche Maße brauche ich für eine Glasschiebetür?
Benötigt werden lichte Öffnungsbreite, lichte Öffnungshöhe, verfügbare Sturzhöhe, freie Wandfläche und die gewünschte Öffnungsrichtung.
Wie viel breiter sollte das Glas als die Öffnung sein?
Das hängt vom System ab. Bei Slim-Line und Black-Line werden einflügelig grundsätzlich 60 mm zur lichten Breite addiert. Pipe-Line verwendet eine eigene Maßlogik mit 100 mm zusätzlicher Glasbreite.
Welche Glasstärke wird angeboten?
Die angebotenen Glasschiebetüren bestehen aus 8 mm starkem Glas.
Welche Schienenlängen sind verfügbar?
Standardmäßig stehen 2000 und 2400 mm zur Verfügung. Sonderlängen bis 4000 mm sind auf Anfrage möglich.
Kann jede Glasschiebetür an der Decke montiert werden?
Nein. Slim-Line und Black-Line sind für Wand- und Deckenmontage geeignet. Pipe-Line und Barn-Line werden im Shop ausschließlich für Wandmontage geführt.
Maße prüfen lassen
Unsicher bei Öffnung, Sturzhöhe oder Systemwahl?
Senden Sie uns Ihre gemessenen Werte und ein Foto der Einbausituation. Wir helfen bei der Zuordnung von Glasmaß, Beschlagsystem und Schienenlänge.