
Öffnung · Sturz · Laufweg · Überdeckung
Schiebetür nach Maß planen und richtig ausmessen
Für eine passende Schiebetür reicht die lichte Öffnung allein nicht aus. Erst Breite, Höhe, Sturzhöhe, freie Wandfläche und Hindernisse ergeben ein vollständiges Aufmaß.
Kurzantwort
Welche Maße braucht man für eine Schiebetür?
Gemessen werden die lichte Öffnungsbreite und Öffnungshöhe jeweils an mehreren Stellen. Zusätzlich braucht die Planung die verfügbare Sturzhöhe, die freie Wandfläche auf der Öffnungsseite, den Abstand zu Sockelleisten und Zargen sowie mögliche Hindernisse wie Schalter, Heizkörper oder Möbel.
Das vollständige Aufmaß
Sechs Prüffelder statt einer einzigen Zahl
Tragen Sie jedes Maß getrennt ein. So lassen sich schiefe Laibungen, unterschiedliche Bodenhöhen und Platzprobleme früh erkennen.
Öffnungsbreite
Oben, mittig und unten messen. Für die weitere Planung das größte gemessene Öffnungsmaß notieren.
Öffnungshöhe
Links, mittig und rechts messen. Unterschiedliche Bodenhöhen oder ein schiefer Sturz werden dadurch sichtbar.
Sturzhöhe
Oberhalb der Öffnung zählt der tatsächlich nutzbare Montagebereich. Hier ist das kleinste verfügbare Maß maßgeblich.
Freie Wandfläche
Vom Rand der Öffnung bis zum nächsten festen Hindernis messen. Die Tür muss vollständig in diese Richtung aufschieben können.
Vorsprünge
Zarge und Sockelleiste können den Wandabstand beeinflussen. Den stärksten Vorsprung von der Wandoberfläche bis zur Vorderkante messen.
Öffnungsseite
Festlegen, ob das Türblatt nach links oder rechts aufschieben soll. Leitungen, Schalter, Möbel und Heizkörper mit einzeichnen.
Dann müssen Vorsprung, Sockelleiste und Wandabstand gesondert geprüft werden.
Messqualität statt Schätzwert
So wird aus einzelnen Maßen ein belastbares Aufmaß
Ein gutes Aufmaß dokumentiert nicht nur Zahlen, sondern auch die Einbausituation. Fotografieren Sie die Öffnung frontal, den Sturz, die spätere Laufseite und auffällige Vorsprünge. So lässt sich später nachvollziehen, wo ein Maß genommen wurde und ob Zarge, Sockelleiste oder ein Schalter den Laufweg beeinflussen.
Immer auf derselben Bezugsebene messen
Breite und Höhe werden an der lichten Öffnung erfasst. Messen Sie nicht einmal an der Zargenkante und einmal im Mauerwerk, denn dadurch entstehen Werte, die nicht miteinander vergleichbar sind.
Unebenheiten sichtbar machen
Unterschiede zwischen oben, Mitte und unten beziehungsweise links, Mitte und rechts sind kein Messfehler, sondern ein wichtiger Hinweis auf schiefe Laibungen, einen unebenen Boden oder einen nicht waagerechten Sturz.
Rohmaß und Bestellmaß trennen
Das gemessene Öffnungsmaß ist zunächst nur das Rohmaß der baulichen Situation. Das endgültige Türblattmaß entsteht erst nach Auswahl von Material, Beschlag, Montageart und gewünschter Überdeckung.
Platzbedarf verstehen
Wie viel Wandfläche braucht eine Schiebetür?
Das Türblatt muss die Öffnung ausreichend überdecken und beim Öffnen nahezu vollständig neben die Öffnung laufen können. Deshalb ist die freie Wandfläche meist mindestens so wichtig wie die lichte Öffnungsbreite.
Lichte Breite und Höhe an mehreren Punkten messen.
Türblattmaß nicht mit dem reinen Öffnungsmaß gleichsetzen.
Seitliche Wandfläche inklusive Griff und Stoppposition prüfen.

Allgemeines Aufmaß, unterschiedliche Systeme
Glas und Holz beginnen gleich – enden aber nicht bei derselben Formel
Öffnung, Sturz und Wandfläche werden bei beiden Materialien erfasst. Das endgültige Türblattmaß richtet sich anschließend nach Material und Beschlagsystem.
8 mm Glas im abgestimmten Komplettset
Bei Glasschiebetüren unterscheiden sich die Berechnungsregeln zwischen Slim-Line, Black-Line, Pipe-Line und Barn-Line. Allgemeine Zuschläge dürfen deshalb nicht ungeprüft übernommen werden.
Glasschiebetür nach Maß im Detail planen30 mm MDF als Set oder einzelnes Türblatt
Bei Holz müssen zusätzlich Beschlagsystem, Montageart und die Verwendung eines Sets oder eines einzelnen Türblatts zusammenpassen.
Holzschiebetür nach Maß im Detail planenDie verbreitete Idee „Öffnungsmaß plus pauschaler Zuschlag“ ist für eine erste Orientierung hilfreich, aber keine sichere Bestellgrundlage. Die finale Maßlogik muss immer zum ausgewählten System passen.
Drei typische Aufmaßsituationen
Welche Angabe entscheidet in welchem Fall?
Nicht jede Öffnung scheitert am gleichen Punkt. Diese drei Situationen zeigen, warum das Aufmaß mehr als Breite und Höhe enthalten muss.
Die Öffnung ist groß genug, aber die Zarge steht vor
Hier wird der stärkste Vorsprung entscheidend. Er beeinflusst den nötigen Wandabstand und damit die Frage, ob Türblatt, Griff und Bodenführung kollisionsfrei laufen können. Zusätzlich muss die Sockelleiste entlang der gesamten Laufseite betrachtet werden.
Die Tür passt vor die Öffnung, kann aber nicht vollständig aufschieben
In diesem Fall begrenzt nicht das Türblattmaß, sondern die nutzbare Wandfläche die Lösung. Ein Heizkörper, Möbelstück oder Lichtschalter kann dazu führen, dass der Durchgang trotz korrekt gemessener Öffnung nicht vollständig freigegeben wird.
Oberhalb der Öffnung fehlt Montagefläche
Die verfügbare Sturzhöhe entscheidet, welche Beschlagsysteme überhaupt infrage kommen. Deshalb wird das kleinste nutzbare Maß notiert und nicht nur die Höhe der Türöffnung. Leitungen oder ein Rollladenkasten können die Fläche zusätzlich einschränken.
Kontrolle vor der Bestellung
Der 8-Punkte-Abgleich
- 1Breite dreifach gemessen
oben, mittig und unten
- 2Höhe dreifach gemessen
links, mittig und rechts
- 3Sturzhöhe geprüft
kleinstes nutzbares Maß notiert
- 4Wandfläche geprüft
vollständiger Öffnungsweg frei
- 5Zarge und Sockel gemessen
größten Vorsprung notiert
- 6Hindernisse markiert
Schalter, Möbel, Heizkörper, Leitungen
- 7Material gewählt
Glas oder 30 mm MDF
- 8System festgelegt
erst danach finales Türblattmaß bestimmen
Drei unterschiedliche Konfigurationswege
Vom einzelnen Türblatt bis zum Komplettset
Die Beispiele zeigen, warum das Aufmaß immer mit der späteren Produktart und dem Beschlagsystem zusammengeführt werden muss.
Weisslack Modell 9016
30-mm-MDF-Türblatt für ein separat geplantes Beschlagsystem.
ab 160,00 €
Eco-Line Weisslack 9016
Türblatt und Beschlagsystem; der Griff wird separat gewählt.
ab 286,00 €
Slim-Line Klar
8-mm-Glas, Beschlagsystem und gewählter Griff als abgestimmte Lösung.
ab 351,00 €Weitere wichtige Ratgeber
Nach dem Aufmaß folgt die Detailplanung
Häufige Fragen
FAQ zum Ausmessen einer Schiebetür
Wie misst man eine Schiebetür richtig aus?
Breite und Höhe der lichten Öffnung werden jeweils an drei Stellen gemessen. Zusätzlich werden Sturzhöhe, freie Wandfläche, Zargenvorsprung, Sockelleiste und mögliche Hindernisse erfasst.
Wie viel breiter muss eine Schiebetür als die Öffnung sein?
Das hängt vom Material und vom gewählten Beschlagsystem ab. Ein pauschaler Zuschlag ist keine sichere Bestellgrundlage.
Wie viel Platz braucht eine Schiebetür neben der Öffnung?
Neben der Öffnung muss genügend freie Wandfläche für das aufgeschobene Türblatt bleiben. Auch Griff, Stoppposition und Hindernisse sind zu berücksichtigen.
Kann man nach dem Maß des alten Türblatts bestellen?
Das ist nicht empfehlenswert. Das alte Türblatt bildet weder die tatsächliche Öffnung noch automatisch die Maßlogik des neuen Schiebetürsystems ab.
Welche Schienenlängen sind üblich?
Im Sortiment sind 2000 und 2400 mm die Standardschienenlängen. Sonderlängen bis 4000 mm sind auf Anfrage möglich.
Unterscheidet sich das Aufmaß für Glas und Holz?
Die baulichen Grundmaße sind gleich. Die Berechnung des endgültigen Türblattmaßes unterscheidet sich jedoch nach Material und Beschlagsystem.
Aufmaß prüfen lassen
Unsicher bei Öffnung, Sturz oder freier Wandfläche?
Senden Sie uns Ihre drei Breiten- und Höhenmaße sowie Fotos von Öffnung, Sturz und Laufseite. Wir helfen, die Angaben vor der System- und Produktauswahl einzuordnen und weisen auf fehlende Planungsmaße hin.